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Wilhelm Leibl

Geschichte (Lat: 48.0523; Long: 11.0999)

Wilhelm Leibl in Schondorf - Ort einer unglücklichen Liebe

Die Einschätzung der Werke des Malers Wilhelm Leibl geht von "bedeutendster Maler seit Rembrandt" bis zu "Meister bajuwarischer Folklore". Man kennt von ihm unzählige Porträts von Bäuerinnen, Händlern, Apothekern. Leibl war besessen von einer Akribie. Jede Falte im Gesicht, jedes Haar wollte er fotorealistisch wiedergeben. Für wenige Quadratzentimeter brauchte er oft einen Monat. So wird berichtet, dass er für das Bild: "Die drei Frauen in der Kirche"- es ist heute in der Hamburger Kunsthalle ausgestellt - drei Bäuerinnen vier Jahre lang hat Modell sitzen lassen. Nur an Sonntagen und im Winter, wenns in der Kirche zu kalt war, hatten sie frei.

1875 hatte sich Leibl von dem Münchner Kulturbetrieb zurückgezogen und wohnte für zwei Jahre im Eckhaus beim Fischer an der Seestraße in Schondorf. Er muss, wie man in Bayern sagt, ein "gstandnes Mannsbild" gewesen sein. Von Statur ein Hüne, ließ er keine Wirtshausschlägerei aus. Sechs Maß Bier am Abend seien für ihn ein übliches Quantum gewesen.

Leibl verliebte sich in Schondorf in die Wirtstochter Resl. Deren Eltern waren jedoch gegen die Verbindung, obwohl ein Kind unterwegs war. Der Säugling starb nach neun Monaten und Leibl fiel daraufhin in eine tiefe Depression. Er zog von Schondorf weg. In Erinnerung an seine große Liebe malte er das Bild mit dem Titel: "Das ungleiche Paar". Es zeigt den Maler als alten, unrasierten Mann, der seinen Arm um die junge Geliebte legt.

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