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Kloster Bernried

Sakralbau (Lat: 47.8668; Long: 11.2959)

Das Kloster Bernried - ein Kloster am Gestade des Sees

Dieses Kloster an einer der malerischsten Stellen des Starnberger Sees wurde 1121 von Graf Otto von Valley und seiner Gattin gegründet und ist St. Martin gewidmet. Bis zur Säkularisierung 1803 wirkten hier Benediktiner Chorherren. Während des Dreißigjährigen Krieges musste das Stift die Einquartierung spanischer Soldaten hinnehmen. Der Krieg hinterließ seine Spuren an den Gebäuden. 1659 veranlasste man den Abriss des romanischen Vorgängerbau der Stiftskirche. Nur die Grundmauern blieben erhalten. Mit finanzieller Unterstützung von Kurfürst Ferdinand Maria und seiner Gattin Henriette Adelaide von Savoyen begann der Neubau. Bereits 1663 konnte die neue Stifts-Kirche geweiht werden. Einen Höhepunkt erlebte das Kloster in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der damalige Probst Mansuetus Resch förderte Kunst und Kultur. 1743 zerstörte ein Blitzschlag den barocken Turm. Vermutlich aus Geldmangel wurde er nur durch ein hölzernes Provisorium ersetzt. Wie überall in Bayern fiel auch Kloster Bernried der Säkularisation von 1803 zum Opfer. Die Stiftskirche wurde Pfarrkirche der Gemeinde Bernried.

1852 erwarb August Freiherr von Wendland Stift und Ländereien. Er ließ weite Teile der Klosteranlagen abreißen. Der Südflügel wurde zu einem Schloss im Stil er Neorenaissance umgebaut. 1873 ersetzte man endlich den hölzerne Kirchturm durch den heutigen Glockenturm. In der Folgezeit sah das Anwesen diverse Besitzer. Ab 1949 unterhielten Nonnen der Benediktiner Missionsschwestern ein Noviziat, das 1995 aufgegeben wurde. Seit 1972 ist hier eine Einrichtung der kirchlichen Erwachsenenbildung untergebracht.

Betreten wir die Kirche St. Martin: Der Hochaltar ist ein Wandelaltar im Sinne eines Heiligen Theaters mit auswechselbaren Bildern. Das Altarblatt mit der Darstellung der Glorie des heiligen Martins wurde 1796 von dem Münchner Künstler Kirzinger geschaffen. Von ihm stammen auch die beiden Seitenaltäre. Links der Knabe Jesus mit seinen Eltern auf der Flucht nach Ägypten. Rechts die Vision des heiligen Augustinus. Kurz vor der Säkularisierung, gewissermaßen in letzter Minute, lieferte Kirzinger auch die Bilder für die Wandaltäre. Das spätgotische Flügelretabel mit der Darstellung der heiligen Sippe stammt aus einer Münchner Schule und dürfte bereits in der Vorgänger-Kirche aufgestellt gewesen sein. Auf den vier gemalten Prozessionsfahnen sind Szenen aus dem Leben von Maria dargestellt.

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